Tschechien zu Gast im Klassenzimmer
Im Rahmen des Programms „Europa macht Schule“ war in der Woche vor den Osterferien eine Erasmus+-Studentin aus Tschechien zu Gast in der 5a. Die Studierende absolviert derzeit ein Auslandssemester an der LMU München. Das Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bringt internationale Studierende als Botschafterinnen und Botschafter ihrer Herkunftsländer in deutsche Schulen, fördert den europäischen und internationalen Austausch und verfolgt das Ziel, interkulturelles Lernen zu stärken sowie Vorurteile abzubauen. In einer Vorstellungsrunde erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst grundlegende geographische Informationen über Tschechien. Die Klasse begegnete dem Thema mit großer Neugier und freute sich sichtbar darüber, ein neues Land näher kennenzulernen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den sogenannten Germanismen in Mähren. Anhand tschechischer Beispielsätze wie „vem si ruksak a běž špacírovat“ oder „Štrůdl, knedlík a špek mi šmakují.“ wurde deutlich, dass sich einzelne Wörter auch ohne Vorkenntnisse erschließen lassen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass Germanismen Wörter im Tschechischen sind, die aus dem Deutschen stammen. Ihre bis heute lebendige Verwendung verweist auf die jahrhundertelange gemeinsame Geschichte von Tschechen und Deutschen, besonders in Mähren. In einer bewegungsorientierten Arbeitsphase ordnete die Klasse im Raum verteilte Wörter wie knedlík, šichta, knoflík oder ruksak passenden Bildern zu und überprüfte die Lösungen anschließend gemeinsam.
Zum Abschluss wurden tschechische Ostertraditionen mit den Bräuchen der Klasse 5a verglichen. Im Mittelpunkt stand die Pomlázka, ein geflochtener Weidenzweig, der am Ostermontag in Tschechien eine wichtige Rolle spielt. Passend dazu gestalteten die Schülerinnen und Schüler Ostereier mit Symbolen für Frühling, Glück und das eigene Land. So entstand ein anschaulicher, sprachlich wie kulturell bereichernder Zugang zu unserem Nachbarland Tschechien.
L. Neudecker
