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Geschichte - Steinzeitliches Leben - ein Archäologe im Unterricht

Steinzeitliches Leben - ein Archäologe im Unterricht

Geschichte aktiv!

Die Klassen 6c und 6e hatten im Oktober Besuch vom Archäologen Bernhard Bischler. Warum? Gerade stand die Steinzeit auf dem Stundenplan. Und jeder von uns sollte dazu an einem Lernplakat mitarbeiten, um etwas zum Unterricht beizutragen. Jetzt hofften wir natürlich auf die Hilfe eines echten Steinzeitexperten! Wir wollten vor allem etwas über das Leben der Menschen wissen.

Der Archäologe erzählte uns aber nicht nur, wie die Menschen in der Steinzeit gelebt haben, und zeigte uns uralte Funde, die wir anfassen durften, sondern machte am Ende sogar ein richtiges Feuer in unserem Klassenzimmer!

Ihr denkt euch jetzt bestimmt: Schade, da wäre ich gerne dabei gewesen – aber das macht nichts, ich erzähle euch alles.

Als erstes lernten wir und unsere Lehrerinnen, dass die Menschen in der Altsteinzeit keine Nomaden waren – denn Nomaden ziehen mit eigenen Tieren umher, und das war ja nicht der Fall. Das steht sogar in unserem Geschichtsbuch falsch!

Dann bekamen wir zwei Steine in die Hand und sollten herausfinden, welcher davon von einem Menschen vor 100.000 Jahren bearbeitet worden ist und welcher einfach ein Isar-Kiesel ist. Die meisten von uns lagen dabei richtig, denn man kann tatsächlich deutliche Schlagspuren bei dem Werkzeug erkennen, die der unbehauene Kiesel nicht hat.

Als Herr Bischler fragte, ob wir Fragen hätten, fragten wir gleich nach dem Gebrauch von Schminke, denn das brauchte eine Gruppe für ihr Lernplakat. Wir erfuhren, dass nur Tote geschminkt wurden und Schminke als Tarnung für die Jagd benutzt wurde, aber Schminke zum „Schönsein“ leider nicht nachweisbar ist.

Dann zeigte uns der Archäologe einen Feuersteinsplitter, der vor 40.000 Jahren als Messer benutzt wurde. Er meinte, frisch abgeschlagener Feuerstein sei scharf wie ein Skalpell, und bewies uns das dann auch: Wir schnitten damit problemlos Rinderleder!

Das interessante, was ich euch hier aber erzählen kann, ist, wie man in der Steinzeit Feuer gemacht hat, so ganz ohne Streichhölzer oder Feuerzeug. Die Menschen in Europa haben es mit Feuerschlagen gemacht, das Reiben mit Hölzern, das viele im Kopf haben, ist nur für Afrika belegt. Zum Feuerschlagen braucht man einen Baumpilz (Zunderschwamm), einen Feuerstein, Stroh und ein kleines Stück Katzengold (Pyrit). Herr Bischler rieb kleine Stücke vom Zunderschwamm ab, nahm dann die beiden Steine und schlug sie aneinander, bis Funken kamen, die auf die Zunderschwammspäne fielen, angepustet wurden und dann glühend ins Stroh gelegt wurden. Er nahm den Strohhaufen hoch und pustete weiter hinein, sodass Glut auch im Stroh entstand. Beim ersten Versuch ging die aber gleich wieder aus, und er fing von vorne an. Wir waren so gespannt, ob's klappt, dass keiner von uns aufstand und rausging, als es zur Pause klingelte. Es dauerte noch ein paar Minuten, aber dann brannte auf dem Lehrerpult (natürlich auf einer Unterlage) ein richtig hohes Feuer! Und unsere Englischlehrerin wunderte sich nach der Pause, wer bei uns so stark gekokelt hatte!!

 

Sophie Schmidt, 6e

Eva Knobel-Spina